Solardeckel wurde vom Bundestag endlich gekippt

Ein bedeutender Schritt für den geplanten Solarpark Raumbach: Für ein Projekt unseres Kooperationspartners liegt nach einem langen und intensiven Abstimmungsprozess nun ein positiver Bescheid im Zielabweichungsverfahren vor - und das trotz einer anspruchsvollen planerischen Ausgangslage, die von den bisherigen Festlegungen der Landesplanung abwich.

Genau darin liegt die besondere Leistung unserer Projektmanager: Eine Fläche dieser Größenordnung für die PV-Entwicklung planerisch zu ermöglichen, erfordert eine fundierte Vorbereitung, intensive Abstimmungen und einen nachhaltigen Dialog mit der Gemeinde, den zuständigen Behörden und weiteren Beteiligten.

Auf einer Gesamtfläche von rund 92 Hektar soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit etwa 92,5 MWp entstehen. Die erwartete Stromproduktion liegt bei rund 100 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Rechnerisch könnten damit bis zu 86.000 Menschen mit erneuerbarem Strom versorgt und jährlich bis zu 69.300 Tonnen CO₂ vermieden werden.

Auch der ökologische Ansatz ist ein zentraler Bestandteil der Planung. Vorgesehen sind unter anderem eine Bodenversiegelung von weniger als 0,5 %, Maßnahmen zur Biotopvernetzung, eine extensive Bewirtschaftung sowie ein breiter Wildtierkorridor.

Raumbach ist damit mehr als ein Solarprojekt. Es zeigt, wie durch anspruchsvolle Projektentwicklung auch unter komplexen planerischen Rahmenbedingungen neue Räume für erneuerbare Energien geschaffen und zugleich ökologische Mehrwerte für alle Beteiligten erzielt werden können.

 

Zur Erreichung der Klimaziele sind weitere Maßnahmen notwendig

Der Deutsche Bundestag hat beschlossen, den Solardeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu streichen. Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) empfiehlt nun den Abbau weiterer Marktbarrieren noch in diesem Jahr, um den Ausbau solarer Energieerzeugungskapazitäten deutlich zu beschleunigen. Unter dem Motto „Auf geht´s“ legte der BSW dafür einen 7-Punkte-Fahrplan vor. Die Solarbranche könnte damit deutlich kraftvoller dazu beitragen, dass die Klimaziele im Stromsektor erreicht werden und die Versorgungssicherheit kosteneffizient gewährleistet wird.  Außerdem werde damit die Schaffung von mindestens 50.000 neuen Vollzeitjobs in der Energiebranche möglich.

An erster Stelle der Empfehlungen des BSW stehen eine Verdoppelung des Photovoltaik-Ausbautempos im Jahr 2021 und eine Verdreifachung der jährlich installierten PV-Leistung ab dem Jahr 2022. Die im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung für das Jahr 2030 vorgesehenen solaren Kraftwerkskapazitäten, müssten bereits Mitte der 20‘er Jahre errichtet sein. Nach einem vom BSW gemeinsam mit Bonner Forschern vorgelegten Gutachten ist nur so eine Stromerzeugungslücke vermeidbar, die andernfalls infolge des Atom- und Kohleausstiegs bereits in drei Jahren aufreiße. Als der vorrangig aufgeführten Marktbarrieren führte die Solarwirtschaft unter anderem eine viel zu restriktive Standortkulisse für ebenerdig errichtete Solarparks auf.

Im Falle der Einführung angemessener CO2-Mindestpreise könnte die Förderabhängigkeit der Photovoltaik in den kommenden Jahren deutlich verringert werden. Der durch starke Preisschwankungen gekennzeichnete europäische Emissionshandel bietet nach Auffassung des BSW zu wenig Investitionsimpulse, gleicht Marktverzerrungen zu Lasten Erneuerbarer Energien nur unzureichend aus und bildet nur einen Teil der Gesundheits- und Klimafolgenkosten fossiler Energieträger ab.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW)