Photovoltaik Erzeugungskapazität ist 2020 angestiegen

Ein bedeutender Schritt für den geplanten Solarpark Raumbach: Für ein Projekt unseres Kooperationspartners liegt nach einem langen und intensiven Abstimmungsprozess nun ein positiver Bescheid im Zielabweichungsverfahren vor - und das trotz einer anspruchsvollen planerischen Ausgangslage, die von den bisherigen Festlegungen der Landesplanung abwich.

Genau darin liegt die besondere Leistung unserer Projektmanager: Eine Fläche dieser Größenordnung für die PV-Entwicklung planerisch zu ermöglichen, erfordert eine fundierte Vorbereitung, intensive Abstimmungen und einen nachhaltigen Dialog mit der Gemeinde, den zuständigen Behörden und weiteren Beteiligten.

Auf einer Gesamtfläche von rund 92 Hektar soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit etwa 92,5 MWp entstehen. Die erwartete Stromproduktion liegt bei rund 100 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Rechnerisch könnten damit bis zu 86.000 Menschen mit erneuerbarem Strom versorgt und jährlich bis zu 69.300 Tonnen CO₂ vermieden werden.

Auch der ökologische Ansatz ist ein zentraler Bestandteil der Planung. Vorgesehen sind unter anderem eine Bodenversiegelung von weniger als 0,5 %, Maßnahmen zur Biotopvernetzung, eine extensive Bewirtschaftung sowie ein breiter Wildtierkorridor.

Raumbach ist damit mehr als ein Solarprojekt. Es zeigt, wie durch anspruchsvolle Projektentwicklung auch unter komplexen planerischen Rahmenbedingungen neue Räume für erneuerbare Energien geschaffen und zugleich ökologische Mehrwerte für alle Beteiligten erzielt werden können.

 

Ausbau der Photovoltaik müsste schneller gehen, um Klimaziele zu erreichen

Im Jahr 2020 ist die Erzeugungskapazität aus Photovoltaik-Anlagen und Solarparks im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Im gesamten Sektor der Erneuerbaren Energien konnte eine positive Jahresbilanz gezogen werden. Im November des vergangenen Jahres lag der Brutto-Zubau für Photovoltaikanlagen bei 480, 849 Megawatt. Dieser Wert, den die Bundesnetzagentur meldete, ist der höchste des Jahres 2020. Dies ist nur eine Zahl von vielen, die zeigt: Das Jahr 2020 war ein gutes Jahr für die Solarwirtschaft und die erneuerbaren Energien. 

Insgesamt stieg laut Angaben der Bundesnetzagentur der Anteil des aus regenerativen Energien erzeugte Strom an der Netzlast um 3,2 Prozentpunkte von 46,1 auf 49,3 Prozent. Laut der Behörde konnten etwa 233,1 Terawattstunden aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Unter den regenerativen Energien ist der stärkste Anstieg bei der Photovoltaik zu sehen. Die Einspeisung aus Solarenergie erhöhte sich von 41,9 auf etwa 45,8 Terawattstunden. Das entspricht einem Zuwachs von 9,3 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019. Ins öffentliche Netz wurden etwa 50,7 Terawattstunden von den Photovoltaikanlagen eingespeist. Im Vergleich zum Jahr 2019 war bei den konventionellen Energieerzeugungsmethoden dagegen ein Rückgang von 12,2 Prozent zu verzeichnen. Diese erzeugen laut Bundesnetzagentur noch etwa 259,2 Terawattstunden. 

Laut Fraunhofer-Institut lagen die Erneuerbaren Energien im letzten Jahr sogar schon vor den konventionellen Energieträgern. Laut deren Berechnungen lag der Anteil der regenerativen Energien an der Nettostromerzeugung, also dem Strommix, der aus den Steckdosen kommt, bei 50,5 Prozent. Ebenfalls nach den Berechnungen des Fraunhofer ISE konnten Windkraft und Photovoltaik erstmals mehr Strom erzeugen als alle fossilen Energieträger zusammen. Demnach lägen die beiden Erneuerbaren bei 183 Terawattstunden – Kohle, Gas und Öl nur bei 178 Terawattstunden. 

Für den Anstieg gibt es mehrere Ursachen, wie gute Windbedingungen und eine hohe Sonnenstundenzahl. Jedoch weist das Fraunhofer-Institut darauf hin, trotz der positiven Zahlen nicht zu vernachlässigen, dass der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik deutlich schneller gehen muss, um die europäischen Klimaziele zu erreichen. 

(Quellen: Bundesnetzagentur, Fraunhofer Institut)